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Eine „Kapelle im Grünen“ wird der Pavillon beim „Fluss der Zeit“.

Am Waldfriedhof sind seit Anfang Mai der Haupteingang und die dort gelegene Kapelle geschlossen. Grund dafür sind Umbaumaßnahmen, die etwa zehn Wochen, also bis voraussichtlich Anfang Juli, dauern. An der kleinen Allee, die entlang der Kapelle verlief, mussten alle Bäume gefällt werden. „Diese waren zum größten Teil schon geschädigt und hätten den steigenden sommerlichen Temperaturen nicht mehr standgehalten“, erläutert Stadtbaurat Ricus Kerckhoff. „Sie werden durch widerstandsfähigere Purpurerlen ersetzt, die zum Teil in so genannte Wurzelkammersysteme gesetzt werden.“

Ein weiterer Grund für die etwa 370.000 Euro teure Baumaßnahme ist der für Gehbehinderte erschwerte Zugang zur Kapelle. Die Allee ist bisher in einen Fahr- und Gehweg unterteilt, so dass ein Bordstein Rollstuhlfahrende oder Menschen mit Rollator beeinträchtigt. Hier werden der komplette Asphalt abgetragen, die Wurzelkammersysteme eingerichtet und anschließend barrierefrei, also ohne Bordstein und mit ebener Oberfl äche, gepflastert. An der Kapelle wird am Seiteneingang, von dem aus es in den Wandelgang geht, die Rollstuhlrampe versetzt. Am Haupteingang wird das Treppenpodest so vergrößert, dass eine Rampe angebaut werden kann. „Diese wird ein mäßiges Gefälle haben, so dass gehbehinderte Trauergäste, aber auch die Sargfahrer problemlos die Kapelle erreichen können“, betont Simone Kirsch vom Gebäudemanagement.

Angela Thümler vom Friedhof ergänzt: „Bisher mussten wir gehbehinderte Menschen über einen anderen Ausgang und in den angrenzenden Betriebshof hinausgeleiten. Dadurch wurden sie kurzfristig von der Trauergemeinde getrennt.“ Weil die Kapelle während der Umbaumaßnahmen nicht genutzt werden kann, wird während dieser Zeit der Pavillon am Grabfeld „Fluss der Zeit“ für Trauerfeiern umgerüstet (siehe Foto). 80 Stühle aus der Kapelle dienen dann im Pavillon als Sitzgelegenheit, auf einem Podest können der Sarg oder die Urne platziert werden. „So haben wir kurzfristig eine Kapelle im Grünen“, freut sich Margarete Koenen, Amtsleiterin im Gebäudemanagement „Bei schlechtem Wetter sind die Gäste vor Regen geschützt“, ergänzt Thümler.

Wer einen kirchlichen Abschied wünscht, kann die Trauerfeier während der Dauer der Baumaßnahme auch in der Gethsemane-Kirche in Limbach ausrichten lassen – sowohl evangelische als auch katholische Trauernde. Selbst für freie Redner wird das Gotteshaus zur Verfügung stehen, das hat Angela Thümler mit dem dort tätigen Pfarrerehepaar Jülich vereinbart. Die Beerdigungsunternehmen, die am Waldfriedhof tätig sind, sind informiert. Auch andere Schwabacher Gotteshäuser beider Konfessionen stehen für Trauerfeiern weiterhin offen.

Um die Würde des Trauerzugs zu gewährleisten, soll dieser in der Bauzeit vom Pavillon aus starten, unabhängig davon, wo die Abschiedsfeier vorher stattfindet. Die Turmuhr an der Kapelle wird auch weiter die Totenglocke schlagen, hierzu wurde eine Fernbedienung angeschafft, die die Bestattungsbegleiter vom Pavillon aus bedienen können. Ein Behelfseingang wird 100 Meter südlich vom Haupteingang – am dort gelegenen Betriebshof – zur Verfügung stehen, ebenso wie mobile Toilettenanlagen. Das Friedhofsgelände ist aber auch weiterhin über die weiteren vier Eingänge erreichbar.

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