Equal Pay Day 2012

Entstehungsgeschichte des Equal Pay Day in Deutschland

Der Equal Pay Day wurde in Deutschland erstmals durch das Frauennetzwerk Business and Professional Women Germany e.V. (BPW) im Jahr 2008 initiiert. Auf www.equalpayday.de finden Sie viele Informationen zu den Hintergründen des Equal Pay Days, den Partnern und Aktionen in ganz Deutschland.
Entstanden ist der "Tag für gleiche Bezahlung" in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die "Red Purse Campaign" ins Leben riefen, um auf die bestehenden Lohnunterschiede hinzuweisen.
Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 zur Halbzeit des Europäischen Jahres der Chancengleichheit auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.
Die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist 100 Jahre alt, bis heute nicht eingelöst und aktueller denn je. Es ist weiterhin bittere Realität in Deutschland, dass Frauen bei gleicher Leistung im Schnitt 23 Prozent weniger Geld als Männer bekommen. Diesem täglichen Skandal muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Equal Pay Day 2012

Der Equal Pay Day 2012, der Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, fand heuer am 23. März statt. Hintergrund des Aktionstages ist der geschlechtsspezifische Lohnabstand zwischen Frauen und Männern, der in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamts bei 23 Prozent stagniert. So markiert das Datum des Equal Pay Day jenen Zeitraum, den eine Frau über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten muss, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen.
Deutschland bildet nach wie vor eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen im Durchschnitt 17,8 Prozent weniger verdienen als Männer.
Das Schwerpunktthema des diesjährigen Equal Pay Day hieß „Lohnfindung“. Die entscheidenden Fragen dazu lauten:
Was bestimmt die Höhe unserer Einkommen?
Wer bestimmt über die Höhe unserer Einkommen?
Welche Anforderungen stellen wir an die Akteure der Lohnfindung, damit Entgeltgleichheit erreicht werden kann?

Auch in Schwabach gab es am 21. März 2012 eine Veranstaltung zum Equal Pay Day

Cornelia von Hardenberg informiert in ihrem Vortrag „Die Macht der Sprache als Erfolgsfaktor für Frauen“ über positive und negative Wirkungen der Sprache.

Völlig überrascht von dem großen Andrang, war im Evangelischen Haus am Abend des 21. März 2012 zu Beginn des Vortragsabends erst einmal „Stühle holen“ angesagt. Als alle Gäste einen Platz gefunden hatten, konnte es losgehen.

In eineinhalb kurzweiligen Stunden zeigte Cornelia v. Hardenberg den Anwesenden anhand vieler Beispiele, Geschichten und Mitmach-Übungen, wie sie mit einer bewusst gewählten Sprache klar, selbstsicher und gleichzeitig freundlich und wertschätzend wirken: Los ging es mit der Begrüßung. Was klingt besser: „Ich bin die Frau Reek-Rade“ oder klar und einfach „Ich bin Frau Reek-Rade?“ Das Ergebnis war eindeutig: Weniger ist mehr. Ohne den oft unbedacht gebrauchten Artikel wirkt „frau“ bei der Vorstellung aufrecht und selbstbewusst.
Wer viele Füllwörter wie „eigentlich“, „vielleicht“ und „irgendwie“ in den Sätzen hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Vorgesetzte sie bei der nächsten Beförderung übergeht: Diese Wörter strahlen Unsicherheit aus. Auch Ausflüge in die Etymologie, in die Lehre der Herkunft der Wörter, gab es: Das Wort „Achtung“ kommt z.B, von einem Ursprungswort, das „überlegen“ und „nachdenken“ hieß. Wer achtsam durchs Leben geht, denkt also erst nach und hält einen kurzen Moment inne, bevor zu gehen oder zu sprechen beginnt.
Am Ende waren sich die Frauen einig: Es lohnt sich, wenn es darauf ankommt, sich einzelne Formulierungen genau zurecht zu legen: „Wie sage ich es so, dass völlig klar ist, was ich meine?“ Es war ein interessanter, lebhafter Abend, der überraschend schnell zu Ende ging.

Auf den Fotos von Ursula Kaiser-Biburger sind die Gastgeberin Sabine Reek-Rade mit Referentin Cornelia v. Hardenberg und einige der Besucher zu sehen.
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