Zur Geschichte der Juden in Schwabach

Die Wurzeln einer jüdischen Gemeinde in Schwabach sind wohl im Mitteltalter zu suchen, wenngleich die Quellenlage spärlich ist.

Nach mehreren Verboten des Zuzugs und Aufenthaltes ist in jedem Fall bezeugt, dass ab Mitte des 17. Jahrhunderts wieder eine jüdische Gemeinde entstand und eine neue Synagoge errichtet wurde.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Synagoge erneuert, obwohl parallel die Einwohnerzahl jüdischer Mitbürger abnahm. Waren 1833 noch 3,6 % der Einwohner in Schwabach Juden, so fiel ihre Zahl im Jahre 1900 auf 1,12 % und 1925 auf nurmehr 0,39 %. Aufgrund dieser geringen Anzahl von Gemeindemitgliedern wurde der Rabbinatsbezirk Schwabach im Jahre 1932 aufgelöst und die Synagoge im August 1938 an einen Geschäftsmann verkauft.
Fast alle in Schwabach lebenden Juden hatten zu diesem Zeitpunkt Schwabach wegen der Restriktionen und Anfeindungen durch die Nationalsozialisten bereits verlassen und waren emigriert oder in größere Städte verzogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte nur einer von ihnen nach Schwabach zurück, über die Hälfte der anderen war während des NS-Regimes umgekommen oder wurde vermisst.

Der letzte Schwabacher Rabbiner, Dr. Salomon Mannes, und seine Frau Klara

Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit kam es durch den Zuzug sogenannter "Displaced Persons" zur kurzen Wiedergeburt jüdischen Lebens in Schwabach. Ihren Höhepunkt erreichte die jüdische Gemeinde im April 1947 mit 221 Personen im Landkreis Schwabach, über die Hälfte davon im Stadtgebiet - es gab einen jüdischen Fußballverein namens "Kadima", das Gemeindehaus "Tel Aviv", eine jüdische Schule und eine Bibliothek. Ein koscherer Metzger existierte und auch die Synagoge wurde reaktiviert.

1948 kam es aber bereits zu Auflösungstendenzen in der Schwabacher Gemeinde. Die meisten Juden wollten nach den Vorkommnissen in Deutschland nicht in diesem Land bleiben. Nach der Gründung Israels im Mai 1948 siedelten viele von ihnen nach Israel über. Ab 1949 sind zunächst keine Juden mehr in Schwabach gemeldet. Heute leben wieder etwa zehn Juden in Schwabach.

Die Synagoge

Die Synagoge wurde ab den 1950er Jahren zum Bierlager einer Brauerei und erst in den 1990er Jahren dieser Funktion enthoben. Dank der Initiative des "Verein Synagogengasse e.V." wurde sie ab dem Jahr 2002 renoviert und 2003 fertiggestellt.
Dem ursprünglichen Ziel einer Synagoge als Ort des Lernens kommt die jetzige Funktion als Seminargebäude der Volkshochschule sehr entgegen.