Synagoge in Schwabach

"Synagoge" ist ursprünglich griechisch und wird im Hebräischen umschrieben mit "beth haknesset", was wörtlich "Haus der Versammlung" bedeutet.
Synagogen waren und sind neben ihrer Funktion als Versammlungsstätte für den Gottesdienst immer auch Orte der Belehrung und Bildung, für Gemeinde- und Verwaltungsaufgaben.

Die Schwabacher Synagoge

Die Schwabacher Synagoge ist heute ebenso ein "Haus der Bildung", steht sie doch seit Oktober 2003 der Volkshochschule für Seminare zur Verfügung.

Ihre Geschichte reicht zurück bis 1799. Die jüdische Gemeinde in Schwabach scheint Ende des 18. Jahrhunderts so groß geworden zu sein, dass die erste Synagoge von 1687 nicht mehr reichte; so erbaute man eine neue. Sie existierte als Synagoge vermutlich bis ins Jahr 1937, dann wurde sie im August 1938 an eine Brauerei verkauft und, von wenigen Jahren der Nachkriegszeit abgesehen, als Bierlager verwendet. Der Rabbinatsbezirk Schwabach war bereits 1932 aufgelöst worden und der Gemeinde Ansbach unterstellt.
Dass die Schwabacher Synagoge in der sog. "Reichskristallnacht" nicht geschändet und angezündet wurde, lag wohl daran, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in jüdischem Besitz war.

Seit 1998 konnte ein zu diesem Zweck gegründeter "Verein Synagogengasse 6 e.V." das von der Brauerei nun zur Verfügung gestellte und geräumte Gebäude in Pacht übernehmen und in den folgenden Jahren einer Renovierung und neuen Nutzung zuführen.

Das Gebäude

Die Schwabacher Synagoge zeigt eine sehr schlichte Architektur. Historische Pläne und Fotos sind spärlich. Sie zeigen einen einfachen Saalbau aus Sandstein über rechteckigem Grundriß mit einer Empore und einem einfachen Walmdach. Heute ist der Bau verputzt.
Wie alle Synagogen war auch die Schwabacher geostet, d.h. der Thoraschrein an der Ostwand angebracht. Es gab eine rechteckige Bima mit Holzbalustrade. Als dekorative Elemente waren ein Stuckfries und ein Band mit Schablonenmalerei angebracht.

Nach der Renovierung

Ehem. Synagoge in Schwabach   Ortung Synagoge
Außenansicht des Synagogen-Gebäudes nach der Renovierung. Innenraum der renovierten Synagoge anläßlich des Kunstprojektes Ortung.
 

Nach der Renovierung besticht der Bau durch seinen lichten Hauptraum. Die Empore wurde rekonstruiert. Durch die neue Raumaufteilung ist nun eine Nutzung als Seminargebäude der Volkshochschule möglich.