Ein sensationeller Fund wurde im Frühjahr 2001 in Schwabach gemacht: Bei einer Renovierung eines Wohnhauses in der Synagogengasse wurde eine "Laubhütte" von hoher bauhistorischer Qualität entdeckt.
Nachdem in Bayern bis dahin nur zwei sich an ihrem ursprünglichen Platz befindliche Laubhütten bekannt waren (Fürth, Veitshöchheim), ist der Schwabacher Fund von besonderem Rang.
Laubhütten haben einen festen Platz im Judentum. Sie dienen der Feier des Laubhüttenfestes, das eine Woche dauert und jedes Jahr im September oder Oktober stattfindet. Dieses Fest erinnert an den Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten und ist gleichzeitig eine Art "Erntedankfest".
Die "Sukka", wie die Laubhütte im Hebräischen heißt, muss sich unter freiem Himmel befinden bzw. den Blick auf das Firmament frei lassen. Da in den engen Städten dafür kein Platz war, richteten sich viele jüdische Familien eine Laubhütte unter dem Dach ein, wo durch die Entfernung von Dachziegeln diese freie Sicht gewährleistet war. Statt dem Dach waren nunmehr nur Zweige zur Bedachung zugelassen.
Als Bauarbeiter im Anwesen Synagogengasse 10 bei Renovierungsarbeiten den Putz abschlugen, staunten sie nicht schlecht, als farbige Fresken zum Vorschein kamen. Hinzugezogene Restauratoren waren sich schnell sicher, dass es sich um Fresken vom Ende des 18. Jahrhunderts jüdischen Ursprungs handelte.Das erste Fragment zeigte Moses mit den Gesetzestafeln, ein zweites einen Mann mit Schabbesdeckel, dem traditionellen Hut gläubiger Juden. Erst nach Abschlagen des Deckenputzes war auch klar, warum diese aufwändigen Fresken im Dachgeschoss eines Wohnhauses angebracht waren. Unter dem Putz wurde gefasste Bretter gefunden, die eine variable Decke zum Vorschein kommen ließen - somit war die Funktion einer "Laubhütte" offensichtlich. In aufwändigen Restaurierungsarbeiten wurden weitere Freskenfragmente freigelegt, die nun in Zusammenhang mit einer Führung besichtigt werden können. |
Das Jüdische Museum Franken bietet jeden ersten Sonntag im Monat Führungen durch die Jüdischen Welten an.
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