Qualität mit Zertifikat

Schwabacher Volkshochschule auf Weg zu exzellenter Organisation

SCHWABACH (rg) – Nur acht der rund 200 bayerischen Volkshochschulen sind bisher nach dem Modell EFQM (European Foundation for Quality Management) zertifiziert. Zu diesen acht gehört seit dieser Woche die VHS Schwabach. Die entsprechende Urkunde überreichte Waldemar Klaka, der Vorsitzendes des Regionalkreises Nürnberg der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ), im Goldenen Saal des Rathauses an VHS-Leiterin Hanne Hofherr.

Im Tagesgeschäft sollen alle Parteien von der Auszeichnung profitieren. Die Mitarbeiterinnen von besser strukturierten Arbeitsabläufen, die Hörer von besser qualifizierten Dozenten, von besserem (Beratungs-)Service und von einer qualitativ hochwertigen Bildungsarbeit. Und schließlich die Volkshochschule selbst. Sie tut sich mit dem Zertifikat schon jetzt leichter, Zuschusstöpfe aufzumachen. Und in absehbarer Zeit werden wohl nur noch zertifizierte Erwachsenenbildungsträger die Chance haben, lukrative Kurse, die beispielsweise die Arbeitsagentur ausschreibt, anbieten zu können.

Hanne Hofherr, ihre Stellvertreterin Marion Reiners und das kleine VHS-Team arbeiten seit annähernd zwei Jahren mit großem Engagement und erheblichem Aufwand an der Bescheinigung. „Das ist in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht selbstverständlich“, sagte Waldemar Klaka. Aber es sei eine Chance, die Volkshochschule zu entwickeln und sie besser zu positionieren. „Sie sind auf dem Weg zu einer exzellenten Organisation“, lobte Klaka.

Das Wörtchen „exzellent“ wählte der DGQ-Vertreter ganz bewusst. Die EFQM-Zertifizierung ist nämlich in vier Stufen aufgebaut. Die VHS Schwabach hat jetzt die Stufe eins erklommen, genannt „Committed to Excellence“ Damit verpflichtet sich die Volkshochschule selbst, sich weiterzuentwickeln. Nächster Schritt könnte in ein bis zwei Jahren Stufe zwei sein, genannt „Re-cognized for Excellence“, also die offizielle Anerkennung. Die nötige Punktzahl hat die VHS schon heute fast erreicht. „Das ist also in greifbarer Nähe“, sagte Waldemar Klaka.

Krönung einer logischen Entwicklung wäre dann der Ludwig-Erhard-Preis. Übertroffen wird der nur von einer europäischen Auszeichnung, die in Deutschland bislang nur ein Unternehmen erreicht hat: das Nürnberger Hotel/Restaurant Schindlerhof.

Während der Zertifizierungsphase haben die VHS-Mitarbeiter zunächst – im übertragenen Sinn – in den Spiegel geblickt. „Selbstbewertung“ heißt das im Fachjargon. „Das ist das Schwierigste überhaupt“, erklärte Waldemar Klaka. „Man muss über die eigene Arbeit nachdenken und das, was verbessert werden kann, auch tatsächlich anpacken.

Danach kam ein Experte von Außen und nahm die VHS unter die Lupe. Seine Ergebnisse decken sich weit gehend mit dem, was Hofherr, Reiners & Co. schon aufgefallen war. Mit über 400 von maximal 1000 zu erreichenden Punkten erreichte Schwabach den höchsten Wert aller Volkshochschulen in Bayern, die Zertifizierung „Committed to Excellence“ war damit erreicht. Gut 400 von maximal 1000 Punkten hört sich nicht berauschend an. „Das ist aber ein ganz außergewöhnlicher Wert“, betonte Waldemar Klaka.

Wie geht es weiter? „Es geht weiter“, versicherte Hanne Hofherr bei der Übergabe der Zertifizierungsurkunde. „Wir wollen und werden selbstverständlich immer besser werden.“ An den Zertifizierungsstufen alleine hängt das Herz der VHS-Leiterin aber nicht. „Ich werde keinen Fetisch daraus machen.“

Veröffentlicht am 08.12.2005 im Schwabacher Tagblatt.
Mit freundlicher Genehmigung vom
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Sie stießen auf die Zertifizierung an: Oberbürgermeister Hartwig Reimann, VHS-Leiterin Hanne Hofherr, ihre Stellvertreterin Marion Reiners, die VHS-Mitarbeiterinnen Marianne Kornagel und Annette Reimann sowie Waldemar Klaka, der Regionalkreisvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Foto: Gerner