Stadtportal Schwabach

Ein Hopfendolden

Im ganzen Markgrafentum weiß es das kleinste Kind: Schwabacher Bier schmeckt und ist gesund. Als Grundnahrungsmittel gehört es zum Leben wie das liebe Brot, es ist Labsal für Jung und Alt. Gerade die einfachen Leute leben von zwei Dingen: Brot und Bier. Schon die Frühsuppe wird daraus gekocht, es begleitet uns als Durstlöscher den ganzen Tag und verschönt uns mit seiner beschwingenden Wirkung die Abende am Herdfeuer. Auch als Medizin ist es gut, hilft gegen das Drücken des Magens, gegen übelriechende Winde, als warmer Umschlag gegen das Reißen. Und vor allem heilt es die Schwermut. Wir haben uns zum Thema Bier in Schwabach umgesehen...

Einer der Voraussetzungen dafür, dass die Bierbrauerei das wichtigste Gewerbe unserer Stadt ist, sind die großzügigen Lagermöglichkeiten. Schon in früherster Zeit wurden Bierkeller in den Schwabacher Untergrund gegraben, zuerst in der Boxlohe, später dann am Pinzenberg.

Dieser Hügel nördlich des Flusses wird, das ist heute schon abzusehen, einmal ganz mit Kellern unterhöhlt sein. Jedem Erbbrauhaus ist ein solcher Keller zuzuordnen, manche gehören auch zu Wirtshäusern oder zu privaten Anwesen. Ohne diese langgezogenen Kellergänge, in denen ganzjährig gleich kühle Temperaturen herrschen wäre es nicht möglich, Bier in großen Mengen zu brauen und ständig verfügbar zu halten.

Ein weiterer Grund für den Aufschwung des Schwabacher Brauwesens ist das Aufkommen einer Grünpflanze, die nicht nur den Geschmack, sondern auch die Haltbarkeit des Gerstensaftes befördert: der Hopfen. Er wächst nicht überall, aber eine halbe Tagesreise Richtung Süden, beim Örtchen Spalt, wird er in großem Umfang angebaut. Zum Brauen werden nur die Dolden verwendet, und davon auch wiederum nur die weiblichen Blütenstände.

Der leicht bittere Geschmack, den der Hopfen dem Schwabacher Bier verleiht, lässt dieses zu den besten Bieren überhaupt im Land werden, und durch die bessere Haltbarkeit kann das Getränk nun auch in entferntere Gegenden transportiert werden.

Im "Teutschen Bier-Almanach", verfasst von dem Andechser Mönch und Bierpapst Potus Ubriacus, ist das Schwabacher Gebräu an herausragender Stelle erwähnt. Ubriacus, stellt unser süffiges Rotbier auf eine Stufe mit dem berühmten Starkbier aus der Stadt Einbeck, hiezulande bekannt als "Bockbier". Er rühmt es als feinperlig, in der Farbe klar und kupfern, mit lang stehendem Schaum. "Auf der Zunge erste Anklänge von Leder und Vanille, übergehend in einen Hauch von Lakritze gemischt mit Zitrusnoten. Der Abgang mild aber lang anhaltend, mit angenehmem, ganz leicht abrollendem Aroma von Wiesengräsern. Und das Schönste: Die Blume erinnert an den Duft des Flohpelzchens meiner Großmutter." So schreibt der Andechser Bierexperte begeistert und gibt vier von möglichen fünf Humpen.

Da wundert es natürlich nicht, dass die Exportquote der Schwabacher Bierbrauereien stetig ansteigt. Inzwischen verschiffen es Spediteure auf der Donau bis nach Ungarn. Auch im Weinland Frankreich schätzt man das Schwabacher Bier als primer Durstlöscher und guten Begleiter zum feinen Essen. Hier ist Straßburg erster Importpartner.

Aber natürlich bleibt immer noch genügend Bier übrig, um es in der Region zu verkaufen. Wagen mit Fässern rollen täglich durch unsere Tore, um die Nachbarorte mit dem besten Bier weit und breit zu versorgen. Fazit: Das Bier ist Schwabachs größter und entwicklungsfähigster Wirtschaftszweig.

 

 

 

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