Stadtportal Schwabach

Es ist eine Sensation: Seit gestern sitzt Bürgermeister Driller wieder in seiner Amtsstube im Schwabacher Rathaus. Kaum hatten sich die feindlichen Truppen nach elfwöchiger Besatzung die Stadt verlassen, war er plötzlich wieder da.

"Die Müllerstochter Anna Wolf hat mich die ganze Zeit versteckt", erklärte der sichtlich abgemagerte, aber ungebrochene Driller unserer Zeitung. "Sie brachte mich in einer heimlichen Kammer in der Sägemühle unter, um mich vor Tod und Verfolgung zu schützen. Dafür hat sie ihr eigenes Leben riskiert."

Anna Wolf stellte sich erst nach mehrmaliger Nachfrage für ein Gespräch zur Verfügung. Die Schwabacher kennendie stille und unauffällige Frau mit den dunklen Zöpfen als stets freundliche Mehlverkäuferin vom Kappenzipfel. Niemand hätter vermutet, dass in ihr so viel Mut und Widerstandsgeist schlummern. "Wenn ein Mensch verfolgt und in Not ist, dann muss man helfen", sagt sie einfach. "Ich habe nur getan, was jeder an meiner Stelle getan hätte."

Unser Stadtpfarrer predigte gestern dazu von der Kanzel: "Menschen wie Jungfer Wolf, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere schützen, geben ein leutendes Beispiel für aktiv gelebte christliche Nächstenliebe und heldenhaftes Handeln. Hätte man den Bürgermeister entdeckt, wäre die ganze Müllersfamilie mit ihm auf den Richtplatz gegangen. So aber wird man sich in Schwabach noch lange erinnern an die Frau, die so tapfer dam Feind getrotzt und Leben gerettet hat." Danach erhob sich die Gemeinde wie ein Mann und applaudierte die edlen Retterin. Die winkte ab und brummte gerührt: "Etz langt´s fei widder!"

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