Stadtportal Schwabach

Bei der ersten Sitzung nach der Reichstagswahl, am 17. März 1933, machte der Führer der NSDAP, Fritz Moezer, klar, dass man "jeden, der sich gegen den nationalen Staat stelle, rücksichtslos niederzwingen werde."

Der Sprecher der Sozialdemokraten, Konrad Lämmermann, protestierte gegen die willkürliche Verhaftung von SPD-Anhängern. Wilhelm Albrecht (DDP) kündigte seinen Rücktritt als zweiter Bürgermeister an.

 

Sitzung vom 26. April

Zweiter Bürgermeister ist inzwischen Fritz Moezer, NSDAP. Die bürgerlichen Parteien schlossen sich mit der NSDAP zusammen, die somit die Mehrheit mit 13 Sitzen hat.

 

Sitzung vom 23. Juni

Es ist kein Mitglied der SPD mehr anwesend. Die freigewordenen Sitze sollen mit NSDAP-Mitgliedern besetzt werden. Man konstatiert, dass die Nationalsozialisten nun die Alleinherrschaft im Stadtrat ausüben.

 

Leserbrief

Die Nationalsozialisten haben die Stadt übernommen. Es hat kaum ein halbes Jahr gedauert, da waren alle anderen Parteien ausgeschaltet. Und mit der NSDAP ist die Tyrannei eingezogen. Schikanen und Einschüchterungsversuche, Entlassungen und Hausdurchsuchungen, Verbote und blanke Gewalt sind in Schwabach inzwischen an der Tagesordnung. Wir leben in einem rechtsfreien Raum. Beispiele gefällig? Der erste Bürgermeister Dr. Betz - unter Druck zur NSDAP übergetreten. Der zweite Bürgermeister - zum Rücktritt gezwungen. Johann Röschinger von der KPD - verhaftet und misshandelt, bis er ebenfalls seinen Rücktritt aus dem Stadtrat erklärte. Der Schwabacher SPD-Landtagskandidat Julius Hofer wurde in Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo man ihn immer noch festhält. Am 30. Juni hat man sechs gewählte SPD-Stadträte ebenfalls nach Dachau verbracht. Gemeinsam erklärten sie dort ihren Rücktritt. Schon lange vorher hatten SS und SA mehrere SPD-Mitglieder und -Stadträte in die Wöhrwiesenturnhalle gebracht und dort zusammengeschlagen. Merkt denn niemand, wohin die Reise geht? Steht niemand mehr auf gegen diese Barbarei?

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