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Da die Sonderausstellung zurzeit wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen ist, sollen hier einige ausgewählte Exponate vorgestellt werden.

 

****Der Palmesel

2020 StadtKircheHigh 1PalmeselEin ganz besonders wertvolles Exponat ist der über 500 Jahre alte Palmesel.
Zum Gedenken an den Einzug Christi in Jerusalem auf dem Rücken eines Esels, wurden in vorreformatorischer Zeit in süddeutschen Kirchen zuerst die Palmenweihe und dann eine Prozession abgehalten. Schon im 10. Jh. ist in den Annalen von diesem Brauch die Rede. Damals wurde noch ein lebender Esel mitgeführt.
Im Lauf der Zeit ersetzte man den Esel durch sein geschnitztes Ebenbild mit einer Christusfigur. Dieses Bildwerk bezeichneten die Gläubigen als Palmesel.
Da in früheren Zeiten die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten,
dienten solche bildlichen Darstellungen der Hinführung der Gemeinde an religiöse Inhalte.
Der Schwabacher Palmesel ist aus Lindenholz gefertigt und dürfte zwischen 1500 und 1510 entstanden sein. Man kann davon ausgehen, dass die Figuren früher farbig bemalt waren.
Nach Einführung der Reformation wurde der Palmesel auf den Dachboden der Stadtkirche verbannt. Später kam er ins damalige Heimatmuseum, bis er 1949 wieder seinen Platz in der Stadtkirche fand. Seit Beginn der Sanierung der Kirche im Jahr 2010steht der Palmesel in der Spitalkirche.
Mittelalterliche Palmesel-Skulpturen mit Christusfiguren sind kaum erhalten. In der Zeit der Aufklärung wurden viele als Zeichen eines religiös anfechtbaren Brauches zerstört. Das Schwabacher Exemplar stellt deshalb eine große Besonderheit dar.


****Die Affalterbacher Kirchweihfahne

2020 StadtKircheHigh 2FahneDie Konservierung von Textilien stellt eine große Herausforderung dar. Daher ist das Stadtmuseum besonders stolz auf dieses Exponat, das jahrhundertelang unter konservatorisch nicht sehr günstigen Umständen sein Dasein gefristet hat.
Die Affalterbacher Kirchweihfahne ist ein Beutestück aus einer Schlacht zwischen dem Ansbacher Markgrafen Kasimir (1481-1527) und der Reichsstadt Nürnberg.
Im Jahr 1502 eskalierte ein langjähriger Streit um Hochheitsrechte, als beide Seiten den Kirchweihschutz für das Dorf Affalterbach (im Schwarzachtal gelegen) beanspruchten. Am 15. Juni kam es zur so genannten Schlacht im Wald im Süden Nürnbergs.
Zuvor hatte Kasimir seine Truppen in Schwabach gesammelt. Darunter war auch der später berühmte fränkische Reichsritter Götz von Berlichingen.
Die markgräflichen Truppen siegten und erbeuteten das Nürnberger Banner sowie weitere sieben Fahnen von verschiedenen Handwerkervereinigungen.
Nach der Schlacht zog Kasimir wieder über Schwabach, wo er in der Stadtkirche ein Dankgebet sprach. Banner und Fahnen stiftete er der Kirche.
Heute ist nur noch das Banner der Reichstadt Nürnberg erhalten, das als „Affalterbacher Kirchweihfahne“ bezeichnet wird.
Bis 1957 wurde sie in der Stadtkirche aufbewahrt. Danach kam die stark beschädigte Fahne ins Stadtmuseum, wo sie inzwischen fachmännisch restauriert wurde.
Zu erkennen ist ein „wilder Mann“, der in der linken Hand eine Keule schwingt und den Nürnberger Wappenschild trägt.


****Wetterfahne

2020 StadtKircheHigh 3Wetterfahne

 

 

 

 

 

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, eine Wetterfahne aus der Nähe zu sehen? In der Regel weht sie hoch oben auf dem Kirchturm und man kann kaum abschätzen, wie groß sie ist.
Die in der Ausstellung gezeigte Wetterfahne war von 1928 bis 1985 auf der Turmspitze angebracht. Sie ist aus Eisen und hat eine stolze Länge von 3,15 Metern, der große Stern misst 1,15 Meter im Durchmesser.
Seit Mai 1986 ist auf dem Turm der Schwabacher Stadtkirche die heutige Fahne zu sehen. Ihre Montage erfolgte per Hubschrauber.


****Der „Fürstenstuhl"

2020 StadtKircheHigh 4Stuhl
Bei dem so genannten Fürstenstuhl handelt es sich um ein Werkstück, das Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (1685-1723) in Auftrag gegeben hatte.
Er wurde im Jahr 1705 an der Nordseite der Stadtkirche in eine barocke Empore eingebaut und diente den Mitgliedern der markgräflichen Beamtenfamilien während des Gottesdienstes als Loge.
Auf dem Wappen ist der Brandenburger Adler mit krönendem Markgrafenhut zu sehen.
Die Schnitzereien stammen von Johann Caspar Utz. Der Vertrag mit dem Ansbacher Hofbildhauer ist in Abschrift erhalten und wird im Stadtarchiv Schwabach aufbewahrt.
Im Zuge von Renovierungsarbeiten im Jahr 1831 entfernte man den Fürstenstuhl aus der Stadtkirche. Er wurde zerlegt und zunächst auf dem Dachboden der Sakristei aufgewahrt.1957 brachte man ihn in das damals neu gegründete Stadtmuseum in der Pfarrgasse. Seit 1997 lagert der Fürstenstuhl im heutigen Stadtmuseum, noch immer in seine Einzelteile zerlegt.
Mittlerweile wurde die barocke Zierarchitektur restauriert. Eine Rekonstruktion gestaltet sich jedoch als sehr schwierig, da das Stützgerüst nicht mehr vorhanden ist. Es existieren auch keine Abbildungen mehr. Vermutlich war der imposante Fürstenstuhl etwa vier Meter breit, zwei Meter tief und dreieinhalb Meter hoch. Wahrscheinlich waren ursprünglich zwei Sitzstühle vorhanden, wovon die beiden noch erhaltenen Knieschemel zeugen.


****Figurengruppe mit dem Heiligen Johannes

2020 StadtKircheHigh 5Figuren

 

 

 

 

Die drei Sandsteinskulpturen, erschaffen um 1400, stehen normalerweise an der südlichen Wand der Rosenberger Kapelle. Zuvor waren sie lange Zeit an der Außenseite der Stadtkirche angebracht, weshalb sie schon stark verwittert sind.Die Gruppe zeigt Maria mit dem Jesuskind, eine unbekannte weibliche Heilige sowie links die Darstellung des Kirchenpatrons Johannes des Täufers.
Diese Figuren sind zusammen mit zwei Glocken die einzigen erhaltenen Gegenstände aus der 1191/92 errichteten Vorgängerkirche. Über das Aussehen und die Ausstattung dieses Kirchenbaus ist sonst nichts bekannt.


****Liturgische Gefäße

2020 StadtKircheHigh 6LiturgG

 

Wahre Schätze kamen auch aus der Sakristei ins Museum. Ansonsten lagern die liturgischen Gefäße, die teils mehrere Jahrhunderte alt sind, sicher verschlossen in einem Tresor in der Stadtkirche.
„Vasa Sacra“ – heilige Gefäße für Messe und Abendmahl – gibt es in allen christlichen Kirchen.
Zum Gedächtnis des Letzten Abendmahls sind seit der Confessio Augustana von 1530 auch für die evangelischen Kirchen Abendmahlsgeräte geschaffen worden.
Jeweils vier liturgische Gefäße werden für das Abendmahl mit Brot und Wein gebraucht: Patene (Abdeckung oder Teller für Hostien), Kelch, Hostiendose und Weinkanne.
Kelch, Patene und Hostiendose wurden bei den Lutheranern entweder aus der vorreformatorischen Zeit übernommen oder in gleicher Grundform, jedoch mit modernem figürlichen oder ornamentalen Dekor, neu geschaffen. Wirklich neu waren die großen Weinkannen, da für die katholische Messe lediglich kleine Messkännchen für den Wein des Priesters notwendig waren.

 
****Schätze aus der Kirchen- und Kapitelsbibliothek

2020 StadtKircheHigh 7Planetenbuch

Auch die Kapitelsbibliothek feiert 2020 ein bedeutendes Jubiläum: Sie existiert nachweislich seit 550 Jahren, wurde also bereits in vorreformatorischer Zeit angelegt.
Im Buchbestand finden sich Handschriften aus dem 14. Jahrhundert sowie Inkunabeln, also Erstdrucke aus den Anfängen des Buchdrucks.
Die Bücher weisen erhebliche Abnutzungen auf, was zeigt, dass sie häufig in Gebrauch gewesen sein müssen.
Zum Inventar gehören nicht nur geistliche Literatur, sondern auch philologische, philosophische, humanistische und literarische Werke in vielen Sprachen.
Fast 170 Bände mit 608 Schriften stammen aus dem Besitz des evangelischen Pfarrers Augustin Obermaier, der ab 1529 in Schwabach tätig war und die Reformation zu Ende führte. Jedem neu eintretenden Pfarrer wurde die Pflicht auferlegt, ein Buchexemplar an die Kirchenbibliothek zu stiften.

Jedoch sind im Lauf der Zeit auch immer wieder Bände verloren gegangen. Im Jahr 1807 sollen wertvolle Werke nach München an die königliche Hofbibliothek, die heutige Bayerische Staatsbibliothek, abgegeben worden sein. Allerdings sind diese nach heftigem Insistieren durch den damaligen Dekan Köhler, wieder nach Schwabach zurückgegeben worden.
Im 19. und 20. Jh. wurde die Kirchenbibliothek regelmäßig ergänzt, sodass man heute auf einen wertvollen und reichhaltigen Bestand
mit Büchern vom Mittelalter bis in die Gegenwart blicken kann. Insgesamt sind es ungefähr 4.500 Bände.
Untergebracht ist die Kirchen- und Kapitelsbibliothek seit Ende des 15. Jahrhunderts im Raum über der Sakristei.

 

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