Stadtportal Schwabach

Coronel Suárez ist eine argentinische Stadt im zentralen Süden der Provinz Buenos Aires. Sie liegt im gleichnamigen Distrikt, deren Hauptstadt Coronel Suárez ist. Aktueller Bürgermeister ist Ricardo Alejo Moccero (Frente de Todos). Die Stadt hieß ursprünglich "Sauce Corto", der Name eines nahe gelegenen Flusses. Aktuell ist die Stadt nach Manuel Isidoro Suárez (1799-1846) benannt, ein Offizier im Rang eines "Coronel" des argentinischen Heeres, der im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien (1809-1825) gekämpft hat. So führte er die Truppen der peruanischen und kolombianischen Kavallerie im Jahr 1824 in der Schlacht von Junín in Peru. Isidoro Suárez war der Ur-Großvater des berühmten argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges, der vier Gedichte zu Ehren seines Ur-Großvaters schrieb:

Suárez mira su pueblo y la llanura
ulterior, las estancias, los potreros, los rumbos que fatigan los reseros,
el paciente planeta que perdura.


Jorge Luis Borges, "Coronel Suárez"

Bevölkerung

Im Jahr 2010 lebten nach der offiziellen Statistik 29.161 Menschen in der Stadt Coronel Suárez. Davon lebten in den Stadtteilen Santa Trinidad 1474, in San José 2234 und in Santa María 1832 Personen. In diesen drei Stadtteilen leben viele Nachfahren von Wolga-Deutschen, die nach Argentinien ausgewandert sind. Daher finden sich dort heutzutage auch viele deutschsprachige Spuren, zum Beispiel ein Kreuzweg in einer Kirche auf Deutsch.

Insgesamt lebten 2010 rund 38.000 Menschen im Distrikt Coronel Suárez, das damit mit der Größe Schwabachs gut vergleichbar ist.

Tourismus

Coronel Suárez ist bekannt für eine lange Tradition der Silber-Handwerkskunst. Die Kunst wird über Generationen weitergegeben. Besonders die Herstellung von Schmuckstücken im "Gaucho-Design", im Stil der auf dem Land arbeitenden Bevölkerung ragt dabei heraus.

In und um Coronel Suaréz kann man Ausritte, Kutschenfahrten und ausgedehnte Wanderungen unternehmen.

Außerdem ist die Stadt bekannt für ihre Pferdezucht. Lange galt Coronel Suárez als Welthauptstadt des Polosports, die besten Polopferde der Welt werden dort gezüchtet.

Wirtschaft

Agrar- und Rinderzuchtbetriebe sind der Schwerpunkt der örtlichen Wirtschaft. Der Export von Polopferden genießt Weltruf.

Sport

Außer Fußball und Basketball wird in Coronel Suárez vor allem Polo betrieben. Die Sportvereine heißen: Blanco y Nebro, Deportivo Sarmiento, Boca Juniors (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Verein in Buenos Aires), Tiro Federal, San Martín (Santa Trinidad), Independiente (San José), El Progreso (Santa María).

Juan Carlos Harriott (Jun) (* 28. Oktober 1936 in Coronel Suárez) ist ein ehemaliger argentinischer Polospieler. Er wird von vielen als der beste Spieler aller Zeiten angesehen und hielt sein Handicap von 10 zwischen 1961 und 1980.

In der Stadt gibt es zwei Golfplätze, den "Coronel Suarez Polo Club" (18 Löcher) und den "Aero Golf Club Coronel Suárez" (12 Löcher).

Die deutschen Gemeinden

Santa Trinidad ("Heilige Dreifaltigkeit", auch bekannt als "Colonia Eins") mit rund 1500 Einwohnern wurde am 3. Oktober 1886 von 19 Familien Wolgadeutscher (mit Nachnamen Jonas, Kippes, Müller, Gerling, Conrad, Maier, Galinger, Triu, Weispeck, Hubert, Müller, Aschembach, Herlein, Diser, Gerling, Haas, Bahl, Heit) gegründet. Zu Beginn hieß die Ortschaft "Hildmann" benannt nach dem Herkunftsort der Familien an der Wolga.

San José ("Sankt Joseph", auch bekannt als "Colonia Zwei") mit rund 2200 Einwohnern, wurde am 5. April 1887 von 15 Familien Wolgadeutscher (Duckwen, Sieben, Schwab, Hoffmann, Heit, Schello, Holzer, Förster, Butbilopky, Opholz, Seib, Schuck, Schönfeld, Philip, Dannderfer, Diel, Heim) gegründet. Die Ortschaft hieß zu Beginn noch "Dehler", ein Dorf an der Wolga, aus dem einige der Gründerfamilien stammten. Andere Familien kamen aus "Volmar" nach Argentinien. Typische Feiern im Jahresrhythmus sind die Kerb ("Kirchweih") zu Ehren der Kirche "San José Obrero", das "Schlachtfest" (jedes Jahr im Juli) und natürlich das Oktoberfest. Aus San José stammt der in Argentinien sehr beliebte Schlagersänger Sergio Denis (*1949).

Santa María ("Heilige Maria", auch bekannt als "Colonia Drei") mit rund 1800 Einwohnern wurde am 11. Mai 1887 von 25 Familien Wolgadeutscher (Reser, Graff, Meier, Schneider, Fogel, Schroh, Streitenberger, Schneider, Dailoff, Walter, Schmidt, Schwindt, Siebenhar, Maier, Hasper, Schermer, Weimann) gegründet. Seit 2016 feiert man dort das Strudelfest als nationales Fest des Apfelstrudels.

Kontakt

Jürgen Ramspeck
Telefon: 09122 860-411

Karte

Urheber

Urheberinformationen:

Text und Übersetzung mit Informationen aus Wikipedia: Jürgen Ramspeck

Fahrplanauskunft

RSS-Feed abonnieren

RSS-Feed abonnieren

Diese Webseite verwendet Cookies. Indem Sie unsere Website nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.