Stadtportal Schwabach

Auf dem Weg zum Pinzenberg passieren Sie Schwabachs zuletzt geschlossene Brauerei. Dabei gab es Mitte des 15. Jahrhunderts mehr als 80 Brauer in der Stadt. Schwabacher Bier wurde nicht nur in der Stadt und der Region getrunken, es war ein echter Exportschlager und verlieh der Stadt überregional Bedeutung.

Dass nach einigen Konjunktureinbrüchen in den folgenden Jahrhunderten in den 1920er Jahren der Höhepunkt der Bierproduktion erreicht wurde und dies mit der Blütezeit des Golschlägerhandwerks zusammenfällt, mag für manchen einen Zusammenhang ergeben. Jedenfalls war die Goldschlägerei eine schweißtreibende und Durst bringende Tätigkeit. Die Bedeutung des Brauwesens für die Stadt zeigte sich auch darin, dass im Stadtwappen von 1371 zwei gekreuzte Bierschöpfen enthalten waren.

Das Brauwesen in Schwabach war bis in die Neuzeit hinein ein radiziertes Gewerbe. Dies heißt, dass das Braurecht an bestimmte Anwesen gebunden war. Diese wurden als Erbbrauhäuser bezeichnet. Der Grund für diese Regelung war, dass für das Brauen von Bier schwere und große Geräte benötigt wurden, welche meist mit dem Gebäude verbaut waren. Die Zahl der Schwabacher Brauereien verringerte sich jedoch, trotz einiger Aufschwünge im Braugewerbe, ab Mitte des 16. Jahrhunderts immer weiter, bis nach dem zweiten Weltkrieg nur noch vier übrig waren. Mittlerweile gibt es in Schwabach keine Brauerei mehr, da Ende des Jahres 2010 die Brauerei Leitner, als letzte Brauerei in Schwabach, ihre Produktion hier eingestellt hat.

Unter dem Pinzenberg, welcher lange Zeit das Zentrum des Schwabacher Brauwesens darstellte, befindet sich ein Labyrinth aus Felsenkellern, die zum Kühlen des Bieres dienten. Die halbhohen Türen im Erdgeschoss der Häuser sind die Abgänge in die Keller. Dieses Kellersystem entstand im 17. Und 18. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert noch einmal ausgedehnt. Das Kellernetz reicht über mehrere Etagen und ist etwa 18 Kilometer lang. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es vielfach als Luftschutzkeller genutzt. Die Keller können Sie in einer Führung besichtigen.

Karte

Urheber

Urheberinformationen:

Foto: Christine Schön

Diese Webseite verwendet Cookies. Indem Sie unsere Website nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.