Stadtportal Schwabach

von links: Edgardo M. Malaroda (Botschafter der argentinischen Republik), Roberto Palacio (Bürgermeister Coronel Suarez), Bürgermeister Dr. Roland Oeser, Knut Engelbrecht (Referent für Recht, Umwelt und Soziales der Stadt Schwabach)

Seine Exzellenz Edgardo Mario Malaroda, Botschafter der argentinischen Republik in Deutschland und Roberto Palacio, Bürgermeister der argentinischen Gemeinde Coronel Suarez, haben sich in das Goldene Buch der Stadt Schwabach eingetragen. Die beiden Besucher waren anlässlich der Kommunalen Partnerschaftskonferenz mit Lateinamerika und der Karibik in Nürnberg zu Gast in der Goldschlägerstadt. „Argentinien und Deutschland teilen viele gemeinsame Werte“, erklärte Edgardo Malaroda vor dem Eintrag. „Daher freue ich mich sehr über diesen Austausch.“ Roberto Palacio betonte, dass Schwabach und Coronel Suarez viel voneinander lernen könnten. Schwabachs Bürgermeister Dr. Roland Oeser sagte: „Der Besuch des Botschafters und meines Amtskollegen aus Coronel Suarez ist eine Ehre für Schwabach.“

Mit Rechtsreferent Knut Engelbrecht und Pressesprecher Jürgen Ramspeck, der auch als Übersetzer fungierte, nahmen zwei Vertreter der Schwabacher Stadtverwaltung an der Kommunalen Partnerschaftskonferenz teil. In Arbeitstreffen unter anderem nach einem Besuch der Kläranlage und des Recyclinghofs identifizierten die Kollegen aus Argentinien und Schwabach mehrere Themen, zu denen man sich in Zukunft auf Verwaltungsebene austauschen möchte. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der Botschafter sowie die beiden Bürgermeister Palacio und Dr. Oeser.

„Zum Beispiel bei der Umwelt- und Verkehrserziehung können wir viel von der Praxis in Coronel Suarez lernen“, sagte Rechtsreferent Engelbrecht. „Es lohnt sich, auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen.“ Umgekehrt waren Bürgermeister Palacio und seine Stabschefin Valeria Negrin Belen sehr interessiert an der Praxis der Mülltrennung in Schwabach, da Coronel Suarez erst vor kurzem eine neue Müllsortieranlage eingeweiht hat.

„Ein gegenseitiger Austausch auf Augenhöhe kann beiden Seiten spannende Ideen für den Verwaltungsalltag bringen und zeigen wie Lösungsansätze in der jeweils anderen Kommune aussehen“, erklärte Bürgermeister Dr. Oeser. Auch über gegenseitige Besuche von Schülern und Jugendlichen wurde mit der Spanisch-Fachbetreuerin des Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums, Oberstudienrätin Martha Freudenstein, gesprochen. So bietet Argentinien seit ein paar Jahren ein „Work- and Travel-Programm“ an, mit dem Menschen von 18 bis 30 Jahren sechs Monate arbeiten und sechs Monate durch Argentinien reisen können.

Coronel Suarez ist eine Gemeinde in der Provinz Buenos Aires, etwa 580 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Buenos Aires gelegen. Ähnlich wie in Schwabach leben dort etwa 40.000 Einwohner. Außerdem blickt auch Coronel Suarez auf eine Tradition des Edelmetallhandwerks zurück, allerdings nicht mit Blattgold, sondern mit Silber. Die Gemeinde ist zudem mit insgesamt 10 Vereinen eine Hauptstadt des Polosports. In drei Stadtteile wanderten Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Dutzend russisch-deutsche Familien nach Coronel Suarez aus, die teilweise noch heute ihre Kultur und Sprache erhalten haben. Namensgeber ist Isidro Suarez, der als General vor etwa 210 Jahren für die Unabhängigkeit Argentiniens von Spanien kämpfte.

Anlass der Konferenz in Nürnberg war die Agenda 2030, die der Schwabacher Stadtrat in der Oktober-Sitzung einstimmig verabschiedet hat. Die 2030-Agenda bildet einen übergeordneten Rahmen für die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Kernstück der 2030-Agenda sind so genannten „Sustainable Development Goals“ (SDGs). In allen dieser insgesamt 17 Ziele geht es darum, für gemeinsame Anliegen und öffentliche Güter auch gemeinsame Sorge zu übernehmen – wie etwa für das Klima, die biologische Vielfalt, das Wasser und den Boden. Gemeinsam das Welthandelssystem fair zu gestalten, soziale Gerechtigkeit zu etablieren oder Frieden zu sichern, werden als Aufgabe aller festgeschrieben. In diesem Rahmen sollen vor allem Kommunen, Wirtschaft und die Zivilgesellschaft für globale Ziele gemeinsam Verantwortung tragen.

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