Heimat ist, so sagt es der Titel der Ausstellung ohne Umschweife: bunt. Und dann noch bunter.
Eine Zumutung? Für alle, die Heimat gern eindeutig hätten, ganz sicher. Genau diese Sehnsucht nach Eindeutigkeit ist es, mit der die hier versammelten Künstlerinnen und Künstler nichts anfangen können und auch gar nichts anfangen wollen. Ihre Arbeiten zeigen Heimat, wie sie wirklich ist: ein Ort, an dem sich Biografien, Herkünfte, Sprachen und Lebensentwürfe überlagern. Mal reibungslos, mal mit ordentlich Reibung, immer aber lebendig.
Darin liegt die eigentliche Pointe dieser Ausstellung: Vielfalt ist hier keine Bedrohung der Heimat, sondern ihr Motor. Die Werke schwanken zwischen Zärtlichkeit und Widerspruch, zwischen persönlicher Erinnerung und gesellschaftlichem Kommentar. Und ja, manchmal wird es auch komisch. Heimat darf das nämlich auch.
Die Kunst ist mit diesem Wort noch nie gemütlich umgegangen, und das ist gut so. Der Blick der Kunst auf Heimat lebt von Reibung. Kaum hat man es sich in seinen Heimatgefühlen bequem gemacht, bricht die Kunst das Bild wieder auf.