Während der goldschläger nacht verwandeln sich die Schwabacher Altstadt und das Stadtmuseum in einen stimmungsvollen Parcours für Goldsucherinnen und Goldsucher jeden Alters. Dabei stehen das Goldschlägerhandwerk und sein namensgebendes Produkt – das Blattgold – natürlich im Mittelpunkt.
Darüber hinaus gibt es einen Grund zum Feiern: Das Schwabacher Goldschlägerhandwerk wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen!
Zur Feier des Tages schmückt Schwabach seine Altstadt mit goldenen Fahnen, die das Thema Blattgold sichtbar aufgreifen.
Einzigartig in Deutschland
Die Schwabacher Blattgoldarbeiten sind seit jeher das Wahrzeichen der Stadt. Schon seit dem 16. Jahrhundert ist Schwabach für sein Blattgold berühmt, das in die ganze Welt exportiert wird: So ziert es zum Beispiel die „Goldelse“ in Berlin, die Kuppel des Invalidendoms in Paris und die Freiheitsstatue in New York.
Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Blattgoldgewerbe durch den Verlust der Absatzmärkte im Ausland und durch strenge Restriktionen fast völlig zum Erliegen. Es erholte sich nur mühsam, dennoch produzieren auch heute noch zwei große Goldschlägerwerkstätten in Schwabach Blattgold. Sie sind die einzigen noch produzierenden Werkstätten in Deutschland und verfügen über ein enormes Fachwissen, das es zu bewahren gilt. Zwei Betriebe an einem Standort sind zudem auch europaweit einmalig.
Aufnahme ins Bundesweite Verzeichnis
Im November 2025 wurde "das Goldschlägerhandwerk am Beispiel der Stadt Schwabach" im Schloss Saarbrücken bei einem Festakt geehrt und offiziell in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommenen.
Seit 2003 stellt die UNESCO immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit und unterstützt so den Erhalt und die Weitergabe lebendiger Traditionen in den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Naturwissen, Handwerkstechnik und mündlicher Überlieferung.
Überall auf der Welt sollen so überliefertes Wissen und Können als immaterielles Kulturerbe sichtbar gemacht werden. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.
Das bundesweite Verzeichnis umfasst nun 168 Einträge. Inzwischen gibt es internationale, nationale und regionale Verzeichnisse. Im Frühjahr 2024 wurde das Goldschlägerhandwerk bereits in das bayerische Verzeichnis aufgenommen.

