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Die Installation „Kinder eines Goldenen Zeitalters“ überzeugte das Publikum der ortung 11.

Die Installation „Kinder eines Goldenen Zeitalters“ von Babette Brühl hat die Gunst des Publikums erobert. Am letzten Tag der 11. Kunstbiennale „ortung – im Zeichen des Goldes“ erhielt die Münchener Künstlerin den Publikumspreis für die Installation im Sitzungssaal des Bürgerhauses.

Den Preis übergaben Bürgermeister Dr. Roland Oeser, Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero und die Geschäftsführerin der ratioplast GmbH, Barbara Sommer. Der Stiftehersteller mit Sitz in Schwabach stiftete den Publikumspreis, der mit 2.500 Euro dotiert ist.

Gegen eine Spende konnten die Besucherinnen und Besucher das Werk aktiv mitgestalten und schwimmende Kerzen in ein kleines Wasserbecken einsetzen. Die Spenden in Höhe von 2.135 Euro übergab die Künstlerin an das Schwabacher Asylcafé.

Als ein „Werk, das ans Herz geht“, lobte Dr. Roland Oeser das Werk bei der Preisübergabe im Rahmen der Finissage im Schwabacher Stadtmuseum, machte aber auch deutlich, dass ihm persönlich eine Entscheidung diesmal besonders schwerfiel.

29 Künstlerinnen und Künstler bewarben sich um den Publikumspreis. Auch die Gastteilnehmer waren für den Publikumspreis zugelassen. Genau 3022 Stimmen wurden insgesamt abgegeben, davon entfielen 663 auf die Siegerin. Am zweiten Platz mit 515 Stimmen lag Katharina Steiner mit goldGeflüster in der ehemaligen Schlosserei, an dritter Stelle Ines Fiegert in der Alten Synagoge mit dem Werk „Verkörperung“ und 417 Stimmen.

Insgesamt zog Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero ein überaus positives Fazit der Schwabacher Kulturtage: „ortung bringt eine Lebendigkeit in die Stadt, die ihresgleichen sucht, und das geschieht über Kunst und Kultur – das macht uns besonders stolz. Babette Brühl ist eine würdige Gewinnerin des Publikumspreises. Nun würden wir uns freuen, wenn der Stadtrat der Empfehlung der Jury folgen würde und das Werk „Ist Schweigen Gold“ ankaufen würde.“ Die Rekord-ortung hat alle Zahlen der vergangenen 20 Jahre übertroffen, mit 11.447 Gästen wurde die bisherige Bestmarke von rund 9.500 aus dem Jahr 2017 deutlich übertroffen. Die Kunstbiennale hat sich zu einem Kunsthighlight entwickelt, das auch Publikum von weit außerhalb der Schwabacher Stadtgrenzen anzieht.

Über das Werk „Kinder eines Goldenen Zeitalters“

Als einen „Raum, der erfüllt ist von zwielichtiger Stille“ beschreibt Babette Brühl die Atmosphäre ihres vielteiligen Environments, und die Formulierung hat es in sich. Denn das Werk hat in der Tat eine düstere Seite, die beim Betrachter langsam durch die Schönheit der Details dringt und sich ebenso sanft wie unerbittlich in den Vordergrund schiebt.

Große Ölgemälde mit Portraits hängen im Raum, darauf abgebildet sind Kinder verschiedener Nationalität, scheinbar mit goldenen Roben bekleidet. Die GOLDKINDER wirken majestätisch und überlegen, wie ein Spalier für das schimmernde, stählerne Wasserbecken in der Mitte des Raumes, auf dem brennende Kerzen schwimmen. Hinter der Wasserfläche ist eine große Kreisfläche aus recyceltem Schwabacher Blattgold drapiert wie die aufgehende Sonne eines reichen und doch unnahbaren Zeitalters. Die barocke Herrschaftsinszenierung, die den Besucher beim Eintreten empfängt, beginnt nun bei genauer Betrachtung Stück für Stück zu zerfallen. Denn die goldenen Roben sind beschichtete Thermodecken, die man bei der Bergung auf hoher See den vor dem Ertrinken Geretteten um den Körper legt, um sie zu wärmen. Die GOLDKINDER werden dadurch zweierlei: Mahnmale für die Würde des Menschen und Opfer einer gesellschaftlich erkaltenden Welt. Als stille Anklage erweisen sich dadurch die schwimmenden Kerzen, kleine Lebenslichter auf der dunklen Wasserfläche des Beckens: Jede ist ein politisches Symbol für die Risiken von Flucht und Vertreibung und das andauernde gesellschaftliche Versagen bei ihrer Bewältigung. Und jede Kerze, die die Besuchenden von ortung 11. angezündet haben, hat dem Asylcafé Schwabach 2 Euro Spende eingebracht, 2.135 Euro insgesamt. Davon werden nun Fahrradhelme, Nähmaschinen und Kochkurse für Geflüchtete finanziert.

Biografie

1962 geboren in der Lüneburger Heide
1983 – 1986 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung, Hannover
1987 – 1989 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, bei Prof. Heinz Edelmann
1994 und 1998 Geburt der Kinder Luca und Joshua
seit 1996 Engagement für Straßenkinder in Zusammenarbeit mit KARUNA, Berlin

Ausstellungen (Auswahl)

2014 „Das Ich im Anderen“ - gruppezwanzigzehn, Kunstbezirk Stuttgart,
2015 „Oberhäupter“, Künstlerhaus am Lenbachplatz, München
2016 „Der Liebende Blick“, Christliche Akademie, Halle
2017 „Goldkinder“, Galerie FLO**, München
„Der Liebende Blick“, Bundesfamilienministerium, Berlin
2018 „Die Denkende Haut“, Kunstpavillon, München, ‚Genesis X + Y´, 25. Aichacher Kunstpreis 2018, „Goldkinder“, Kunstverein Aichach
2019 8. Baden-Württemberg. Künstlermesse, BBK Stuttgart
2020 „Goldkinder“, Immanuel-Nazareth Kirche, München

ortung Publikumspreis Uebergabe C.Schoen

von links: Barbara Sommer (Geschäftsführerin ratioplast GmbH), Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero, Babette Brühl und Bürgermeister Dr. Roland Oeser bei der Preisvergabe

 

ortung Spende Bruehl Asylcafe

Die Künstlerin Babette Brühl (3. von rechts) überreicht die Geldspende an (von links) Christa Hund, Marlies Leberkern, Aysegül Pirti und Karin Giesen vom Asylcafé. Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero (dahinter) sowie die Geflüchteten Zedan Alhuseen und Nessrin Mohammed freuen sich mit.

Urheber

Urheberinformationen:

Foto Bürgerhaus: I.M.

Foto Preisübergabe: Christine Schön

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Stand: (Robert-Koch-Institut (RKI), dl-de/by-2-0)
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Kontaktinfos

Adresse

Kulturamt Schwabach
Kulturhaus
Königsplatz 29 a
91126 Schwabach

kulturamt@schwabach.de
09122 860-305

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