„Manchmal müssen Dinge reifen.“ – Mit dieser Feststellung brachte Oberbürgermeister Peter Reiß die Gäste der Einweihungsfeier in der Boxlohe zum Schmunzeln. Wussten doch die meisten Anwesenden um die lange Vorgeschichte der Sanierungsmaßnahme im Bereich der Franzosenkirche, die nun einen gebührenden Abschluss gefunden hat. Erste Planungen, in der Boxlohe zu sanieren, gab es schon Ende der 1990er Jahre.
Die Baumaßnahme startete im Sommer 2023 mit der Auswechslung von Gas- und Wasserleitungen durch die Stadtwerke Schwabach. Im Frühjahr 2024 folgte der Abbau der Sandsteinwand im Norden der Franzosenkirche. Weitere Schritte der Maßnahme waren der Aufbau einer Stützwand, bei der die ursprünglichen Sandsteinquader wiederverwendet wurden, offener Kanalbau, die Erneuerung der Gasleitung im nördlichen Bereich und schließlich der Straßenbau, bei dem die Oberflächen des gesamten Platzes ausgebaut und neugestaltet wurden. In den Gehbereichen wurde dabei gesägtes Granitpflaster verwendet, um Barrierefreiheit zu gewährleisten. Im Straßenbereich wurden teilweise die alten Steine wieder eingebaut. Auf klimagerechte Bauweise wurde auch mit dem Einbau einer so genannten Rigole geachtet. Dabei handelt es sich um einen unterirdischen Speicherbehälter, der Regenwasser aufnehmen kann – in diesem Fall 12.000 Liter – und es anschließend versickern lässt. Und auch zwei Ladestationen der Stadtwerke für Elektro¬fahrzeuge sind nun hinter der Franzosenkirche vorhanden.
„Die Linde neben der Kirche hat die Maßnahme schwierig gemacht“, erläuterte der scheidende Stadtbaurat Ricus Kerckhoff bei der Einweihung. „Da der riesige Baum erhalten werden sollte, musste eine neue Statik-Lösung für die Sandsteinwand her. Und die Kollegen aus dem Tiefbauamt haben sie gefunden. Es wurde eine neue Wand vor die alte gesetzt und mit Bohrträgern stabilisiert.“ Auch OB Reiß lobte die unkonventionellen Ideen, die von dem Team um Projektleiter Jörg Maier gefunden wurden – etwa bei der „Durchwegung“ während der Baustellenzeit. Hier galt sein Dank nicht nur den Mitarbeitern des Tiefbauamts und den beauftragten Firmen, sondern insbesondere auch den Anwohnenden. „Die haben wirklich Geduld bewiesen.“
Es wird nun noch im nördlichen Bereich eine Bank aufgestellt und eine Sitzauflage für eine Steinmauer in diesem Bereich installiert. Drei vorhandene Baumscheiben vor und hinter der Kirche werden im Herbst mit Bäumen bepflanzt.
An der Maßnahme beteiligt waren: die Ingenieurbüros TIG aus Nürnberg und Götz+Neun (Statik), die Firma Gruber, Hiltpoltstein (Rohbau Stützwand und offener Kanalbau), das Team Steinmetz (Sandstein-Stützwand) und die Firma FNB (Straßenbau).
Der geplante Kostenrahmen von 3,2 Millionen Euro wurde mit Gesamtausgaben von 2.938.000 Euro eingehalten. Von diesen sind 2.791.100 Euro als förderfähig anerkannt, die Zuwendung der Regierung von Mittelfranken betrug 1.674.600 Euro.
French (FR)
Italian (IT)
Turkish (tr-TR)
Greek (el-GR)
Spanish (es-ES)
English (UK)
Deutsch


